Hintergründe


Die Fehler im System


Die herkömmliche, konkurrenz- und profitorientierte Lebensmittelwirtschaft ruht im Wesentlichen auf sechs Säulen:

  1. „Hauptsache billig“
    Die Grundannahme ist: „Lebensmittel müssen günstig sein.“ Deswegen produziert man sie möglichst billig. Egal, welche Schäden das für die Umwelt und die Menschen bedeutet. Die Zukunft unserer Lebensgrundlage wird dabei nicht mitgedacht.
  2. Konkurrenz
    Um sich gegenseitig unterbieten zu können, üben Großkonzerne Druck auf die Preise der Verarbeiterïnnen und Erzeugerïnnen aus. Diese verdienen dadurch immer weniger an dem, was sie produzieren. In diesem Preiskampf müssen lokale Erzeugerïnnen und Verarbeiterïnnen gegen ihre globale Konkurrenz antreten.
  3. Entfremdung
    Lebensmittel werden von Menschen für Menschen gemacht. Nur wissen Verbraucherïnnen oft wenig darüber, wie ihre Lebensmittel erzeugt werden und unter welchen Bedingungen dabei gearbeitet wird. Deswegen fehlt es an Solidarität mit den Menschen, die die Lebensmittel herstellen. Die Arbeit wird weniger in ihrem Wert geschätzt und es fehlt die Bereitschaft, faire Preise für gesunde und hochwertige Lebensmittel zu bezahlen.
  4. Konzentration, Kontrolle und Ausbeutung
    Großkonzerne vereinnahmen nach und nach alle Bereiche der Lebensmittelwirtschaft. Wenn sie die Erzeugung, die Verarbeitung und den Verkauf der Lebensmittel kontrollieren, können sie überall die Kosten drücken. Dafür verschwinden dann regionale orientierte Betriebe. Denn im Ausland produzieren die Konzerne für ein Bruchteil des Geldes, weil sie dort Menschen in sklavenähnlichen Verhältnissen beschäftigen können.
  5. Abhängigkeit
    Solange die regionale Lebensmittelwirtschaft von einer Handvoll Großkonzerne abhängig bleibt, ist sie anfällig für Risiken, auf die sie keinen Einfluss hat. Ereignisse, die weit entfernt stattfinden, wirken sich dann auch in der Region aus: wie zum Beispiel Konzernentscheidungen, bestimmte Produkte nicht mehr zu liefern, Filialen zu schließen oder Preise drastisch zu erhöhen.
  6. Anfälligkeit für „exogene Schocks“
    Durch die Abhängigkeit von einer Handvoll Lebensmittelkonzernen ist die regionale Lebensmittelwirtschaft extrem abhängig von Vorkommnissen, die weit entfernt stattfinden: Naturkatastrophen oder Wetterextreme, Bankenkrisen, IT-Probleme, Lebensmittelspekulation, Rohstoffpreise etc. oder schlicht Konzernentscheidungen, bestimmte Produkte nicht mehr zu liefern, Filialen zu schließen oder Preise drastisch zu erhöhen.